Mittwoch, 25. Februar 2015

Rücksichtnahme unter Hundehaltern - Teil 1

Erst kürzlich traf ich mich in Begleitung unserer drei TWHs und einem Ferienhund mit einer befreundeten Familie. Wir machten einen Spaziergang an einem Ort, wo wir doch immer wieder Fussgänger- und Hundebegegnungen hatten. Aus Prinzip nehme ich meine Hunde sowohl bei Fussgängern als auch bei Hundekreuzungen an die Leine.
Meine Hunde sind zwar verträglich, das beweisen sie ja jeden Tag, aber ich möchte sie nicht als Rudel auf andere Hunde zustürmen lassen. Ausserdem ist da mit Gadi doch etwas Vorsicht geboten, weil er, wenn die Hundebegegnungen sehr hektisch sind oder der andere Hund sich nicht korrekt verhält, doch gerne mal nach vorne geht. Mir ist schlicht und einfach das Risiko zu gross. Abgesehen davon brauchen meine Hunde keine solchen Begegnungen, da sie ja jeden Tag andere Hunde um sich herum haben.
 
Grundsätzlich gibt es da für mich sowieso nichts zu diskutieren. Ich Leine meine Hunde einfach an.
 
Nun standen wir bei einer Bank. Ich sah, dass jemand mit zwei Hunden auf uns zu kam. So nahm ich meine Hunde an die Leine und beorderte sie ins "Sitz".
Die entgegenkommende Person nahm dann einen Hund an die Leine, der andere blieb frei. Ich dachte schon mal "ok...". Der freie Hund trottete gemütlich hinter her und schnüffelte immer wieder.
Da nervte ich mich schon. Ich frage mich wirklich, ob es so schwierig ist, auch einen älteren oder langsameren oder viel schnüffelnden Hund an die Leine zu nehmen, damit eine Kreuzung so schnell wie möglich vonstatten geht. Muss man denn die Hunde, die an der Leine sind, wirklich so lange provozieren? Naja, gut, meine Hunde waren ruhig, schauten zwar gespannt, aber beherrschten sich ganz gut.
Damit nicht genug. Nachdem der Hund direkt vor unserer Nase herumgeschnüffelt hatte, blickte er auf und lief doch direkt zu uns hin. Ok, ruhig bleiben, die Hunde sind es auch. Natürlich standen meine Hunde auf und schnüffelten den Hund ab. Sie wollten es zumindest. Ich hielt sie zurück und liess sie wieder sitzen, einfach aus Prinzip. Ich möchte das nicht an der Leine. Wenn wir nämlich ehrlich sind, wenn alle drei TWHs nach vorne schiessen würden, hätte ich nicht mehr wirklich eine Chance. Und wenn etwas passieren würde, würde auch ich zur Rechenschaft gezogen werden. Vom Hundebesitzer kam null Reaktion. Irgendwann seufzte ich dann: "Wie wäre es mal mit einer Reaktion?". Oh und tatsächlich, man konnte sich dann doch in Bewegung setzen. Als die Person ihren Hund dann am Halsband nahm, hörte ich sie nur sagen: "Er sei eben aus dem Tierheim, er sei sich das Rudel gewohnt."
 
Aber hallo? Meine Hunde sind sich Rudel auch gewohnt und wie, aber das gibt ihnen nicht das Recht, einfach so in ein anderes Rudel hinein zu laufen.
 
Ich frage mich manchmal wirklich, ob die Leute ihre Hunde so schlecht einschätzen können. Ausserdem finde ich es extrem fahrlässig. Die kennen meine Hunde nicht und die können nicht einschätzen, wie meine Hunde reagieren. Wäre vor 1 1/2 Jahren ein Hund so zu uns hingekommen, wäre Gadi nicht so locker geblieben. Das ist viel Arbeit. Und genau mit solchen Begegnungen werden wir weit zurückgeworfen. Wieso sollten sie bei der nächsten Hundekreuzung wieder still sitzen? Die Hunde kommen ja sowieso zu uns hin. Und Tatsache ist, falls irgendetwas passieren würde, wäre ich in der Verantwortung und meine Hunde die Bösen, obwohl wir eigentlich uns korrekt verhielten.
 
Wenn wir als Hundehalter nicht einmal banale Grundregeln beachten können und Rücksicht aufeinander nehmen können, wieso sollten dann Nicht-Hundehalter rücksichtsvoller werden?
 
Bitte nehmt doch eure Hunde bei Kreuzungen, wo ein Hund an der Leine ist, auch an die Leine und läuft zügig dran vorbei. Alles andere ist unnötige Provokation. Auch wenn der eigene Hund nicht zu den angeleinten Hunden hingeht, oft laufen sie dennoch zögernd vorbei oder hüpfen dran vorbei, fixieren oder knurren sogar. Entweder soll man den Hund im "Fuss" oder an der Leine vorbeiführen, aber auf jeden Fall zügig. Es wäre schon mal viel Spannung zwischen Hundehaltern genommen.

Kommentare:

  1. Liebe Ramona,

    da sprichst du ein wahres Wort. Auch ich muss jedes Mal an die Leine, wenn wir von weitem einen Hund sehen, weil Frauchen nie einschätzen kann, wie ich reagiere. Kommen mir nur vereinzelt Menschen entgegen, gibt es ein Stöckchen zur Ablenkung und so beachte ich die gar nicht und muss nicht zwingend an die Leine. Zum Glück haben wir hier mehr Glück mit den anderen Hundehaltern, die ihre Hunde dann entweder auch an die Leine nehmen oder zügig weitergehen. Wenn die Zweibeiner merken, wir verstehen uns, dürfen wir aber auch mal zusammen toben - ohne Leine versteht sich.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Lieber Chris,

      Das ist schön, dass ihr da mehr Glück habt mit den anderen Hundehaltern.
      Beim Kreuzen von Fussgängern müssen meine auch nicht immer an die Leine, sie laufen dann meistens frei "Fuss". Das ist ja auch ok, wenn die Hunde nicht zu den Leuten hingehen. :-)

      Liebe Grüsse,
      Ramona und Rudel

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  2. Da stimme ich dir zu!!!

    Schlabbergrüße Bonjo

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  3. Liebe Ramona, dein tolles Posting spiegelt genau die Erfahrungen wieder,die wir täglich auf unseren Gassirunden machen. Vielleicht sollte man dem Hundeführerschein mal ein kleines Hundeführer-Knigge für das miteinander zufügen. Aber ich befürchte auch das hätte keinen Erfolg.
    Liebe Grüße
    Sali

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    1. Liebe Sali,

      Ja, ein Hundeführer-Knigge wäre nicht schlecht, aber eben... Wie viel würde es wohl bringen. Es gibt einfach Leute, die sehen nicht, wie gefährlich so eine Situation enden könnte... Man kann wohl nicht mehr machen, als die Leute immer wieder darauf hin zu weisen.

      Liebe Grüsse,
      Ramona und Rudel

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  4. Liebe Ramona
    Ich finde deinen Bericht echt gut,
    nur grübele ich...
    Warum soll ein Hundebesitzer der auf einer Seite des Weges geht, mit einem langsam schnüffelnden Hund, mit diesen Bummeltier zügig an euch vorbei gehen?
    Das könnte für das Bummeltier Stress bedeuten.
    Wir lieben es, wenn jeder auf einer Seite des Weges normal weiter geht. Damit haben wir auch die besten Erfahrungen gemacht. Hunde die in Sitz gebracht werden, puschten sich meistens auf. Was Stress für alle bedeutet.

    Das geht natürlich nur, wenn kein Hund auf den anderen zugeht.
    So spreche ich aus Erfahrung.
    Tibi bummelt so sehr. Würde ich sie anleinen und weiterbringen, würde sie Stress haben. Sie geht jedoch nicht auf die anderen Hunde ( die sitzen ) zu.
    Was geschieht, wenn bei Hundebegegnungen auf der linken Seite des Weges Hunde in Sitz gebracht werden und auf der rechten Seite auch?

    Es ist nicht leicht... zumal jeder Hund anders reagiert.
    Zustimmen tue ich dir 1000%ig, auf in Sitz gebrachte Hunde hat kein Besitzer seine Hunde zulaufen zu lassen.
    Liebe Grüsse von Sylvia

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    1. Liebe Sylvia,

      Ich kann dein Grübeln verstehen und gebe dir ein Stück weit auch recht. Wenn es nur ein Tier ist, das halt bummelt und nicht zu uns hin kommt, ok, damit kann ich leben. Aber wenn die Besitzerin mit dem einen Hund schon fünf Meter an mir vorbei ist und der andere Hund erst zwei Meter vor mir steht, dann wird eine Situation einfach unnötig in die Länge gezogen. Dann soll die Besitzerin auch langsam laufen, im selben Tempo wie ihr Bummelhund.
      Ich kann schon auch im Gehen kreuzen, aber mit drei Hunden ist das manchmal umständlicher, als wenn ich kurz zur Seite stehe. Wenn die andere Person zur Seite steht und den Hund ins Sitz bringt, dann gehe ich mit meinen weiter, das ist kein Problem. Man kann ja miteinander reden.

      Ich hoffe, du verstehst, wie ich das meine. Und ja klar, das zum ins Sitz gebrachten Hund hingehen, das geht überhaupt nicht.

      Liebe Grüsse
      Ramona und Rudel

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