Lieber Leo,
Du bist nicht mehr da und wir können es nur sehr schwer glauben. Die letzten Tage hast du gekämpft, warst sehr tapfer, doch haben wir zu spät begriffen, wie ernst das alles war. Die erste Intuition hatte ich, hätte ich nur darauf gehört. Doch es hat nicht sollen sein.
Als du in unser Leben getreten bist, hast du meinen Wunsch erfüllt, wieder einem so kleinen, wuseligen Ding ein Zuhause zu geben. Eigentlich wollten wir einen Welpen, doch dann kamst du und wir haben es keine Sekunde bereut. Deine Entwicklung war einfach Wahnsinn, optisch wie charakterlich.
Ich weiss noch, anfangs konnte man keine Türe offen stehen lassen, da bist du einfach weggelaufen. Oder wenn wir andere Menschen gekreuzt hatten, bist du einfach mit denen weitergelaufen. Zum Schluss konnten wir dich aber überall frei laufen lassen und abrufen. Wenn man zu wenig auf dich geachtet hat und dachte, jaja, das geht schon mit ihm, dann hast du uns unter Beweis gestellt, dass du ein Terrier bist. Aber hatte man ein Auge auf dich, warst du wohl der problemloseste Hund, den ich kenne. Sogar von wegrennenden Katzen konnte man dich abrufen.
Als du zu uns kamst, warst du ganz weiss und ungepflegt. Du hast die Trimmvorgänge über dich ergehen lassen und dein Fell hat sich erholt. Du wurdest zu einem wunderbaren tricoloren Rüden. Einzig mit deinen Ekzemen hatten wir immer zu kämpfen. Gerade jetzt, wo wir uns wieder einen neuen Lösungsweg hatten einfallen lassen und wo es schien, dass es besser wird, gerade jetzt kam das Nächste.
Dein Traumleben war es bei uns wohl nicht und dennoch war es besser als das, was du zuvor hattest und du hast es auch zu schätzen gelernt. Körperkontakt mit anderen Hunden machte dir nichts mehr aus. Du fandst es sogar noch ganz toll und hast teilweise sogar selbst die Nähe gesucht.
Du hast die Herzen jedes Besuchers im Sturm erobert und fandst, trotz der drei TWHs an deiner Seite, immer einen Weg, in den Mittelpunkt zu rücken. Du hast immer alle freudig begrüsst und bist fast ausgeflippt, wenn du Aufmerksamkeit bekamst. Wenn du dich gefreut hast, konnte man nicht anders, als sich mit dir freuen. Wie du immer herumgetippelt bist, hat uns oft zum Lachen gebracht.
Du hattest es nicht immer einfach bei uns, kamst ab und zu drunter und musstest dich neben den TWHs sehr beweisen, weil die doch etwas in den Mittelpunkt unseres Lebens gerückt sind. Du hast das gut gemacht und gerade in letzter Zeit hatte ich das Gefühl, dass wir einen Weg gefunden hatten, wie es für uns alle passt.
Kurz bevor wir in den Urlaub gefahren sind und dein Schicksalstag kam, hast du mir, nach langer Zeit, wieder einmal den Kong gebracht. Ich habe das Bild noch genau vor mir und habe mich gefreut. Ich bin sehr froh, hatten wir in der Woche zuvor noch so viel Zeit füreinander. Wir waren einfach mal als Familie unterwegs. Wir vermissen dich. Du fehlst. Wenn ich die drei TWHs nebeneinander sehe, ist das Bild nicht vollständig. Beim Füttern fehlt ein Napf, beim Spaziergang eine Leine. Wenn ich mich auf den Boden lege, um mit euch zu kuscheln, wandert meine Hand automatisch in dein Lieblingskörbchen, um festzustellen, dass du nicht mehr da bist. Wenn ich in den Garten gehe, bin ich versucht, die Treppe hoch deinen Namen zu rufen. Und dann wird mir wieder klar, dass du niemals mehr auf mein Rufen kommen wirst. Ich will das irgendwie noch immer nicht wirklich glauben.
Das alles ist so unrealistisch und doch wird mir so langsam klar, dass es die Wahrheit ist.
Du durftest nur kurze Zeit mit uns verbringen, doch das Loch, das du hinterlässt, das ist riesig und tief.
Ein Leben ohne dich, jetzt schon, das war nicht geplant. Wir hatten fix mit dir gerechnet. Jetzt bist du weg. Das ist nicht fair. Das hast du nicht verdient. Du wärst doch im Mai erst acht Jahre alt geworden. Ich habe so oft daran gedacht, wie es ist, wenn du älter wirst. Du wärst mein erster alter Hund gewesen. In unseren Zukunftsplänen mit unseren TWHs warst du immer fest mit eingerechnet. Es ist alles so unvorstellbar ohne dich.
Du wirst immer in unseren Herzen bleiben und im Rudel einen besonderen Platz haben. Du hast so viel weggesteckt, bist immer wieder aufgestanden und hast dich mit allen Situationen gut arrangiert. Du warst ein Steh-auf-Männchen. Dass du so mitten aus dem Leben gerissen wurdest, tut uns unendlich leid und weh.
Ich kann gar nicht wirklich ausdrücken, wie es in mir aussieht, das ist unbeschreiblich.
Alle, die Leo gekannt und geliebt haben, drücken wir mal ganz lieb. Es fällt uns allen extrem schwer.
Mein Lied für ihn: https://www.youtube.com/watch?v=H1gdG9uoFm4
Ich kann gar nicht wirklich ausdrücken, wie es in mir aussieht, das ist unbeschreiblich.
Alle, die Leo gekannt und geliebt haben, drücken wir mal ganz lieb. Es fällt uns allen extrem schwer.
Mein Lied für ihn: https://www.youtube.com/watch?v=H1gdG9uoFm4
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Zu den Umständen:
Leo ist an der Folge einer Bissverletzung, einem Darmdurchbruch, gestorben. So allgemein zur Info, der Biss war nicht rudelintern.
Die Situation war ganz extrem blöd gelaufen und Leo hätte eigentlich noch gar nicht da sein sollen, wo er sich aufhielt. Dann hätte ich mich in der Situation anders verhalten müssen. Ausserdem hätte ich auf meine erste Intuition hören sollen, ich habe nämlich gedacht, dass da was mit dem Darm war, dann hätte der Tierarzt gleich röntgen sollen und nicht erst beim dritten Besuch, ect.
Alles hätte und wäre... Aber das bringt ja nichts. Ich mache niemandem einen Vorwurf. Dass Hunde sich beissen, kommt vor, dass die Bisswunde genau an einer Stelle ist, wo sie tödliche Folgen haben kann, ist eher selten, aber kommt eben auch vor. Dass ich einem Tierarzt vertraue, ist wohl auch nachvollziehbar, man will ja nicht dramatisieren. Und dass ein Tierarzt auch nur ein Mensch ist, ja, das ist nun mal so.
Der Verlust tut unendlich weh und die Umstände noch viel mehr. Doch die Schuld trägt letztlich niemand, denn es war einfach nur ein sch... Pech. Ein kleiner Fehler, eine kleine Unachtsamkeit, eine kleine Menschlichkeit und Leo musste es mit dem Leben bezahlen. Es ist nicht fair. Aber so spielt das Leben. Es trifft immer die, die am wenigsten was dafür können.
Eine Lehre ziehe ich draus und ich hoffe, ich kann mich in Zukunft daran halten. Wenn ich eine Intuition habe, dann muss ich darauf hören. Ob Leo es überlebt hätte, hätte man von Beginn an die richtige Diagnose gehabt, ist unklar, aber es beschäftigt mich und man hätte ihm definitiv zwei Tage Höllenschmerzen ersparen können.